1. Frankreich: Provence 2. Österreich: Wien 3. Deutschland: Niedersachsen, Hamburg, Bayern, Berlin 4. Italien: Venetien, Sardinien 5. USA: Maine 6. Brasilien: Pará 7. Bulgarien: Oblast Sofia
Alina Bronsky - Pi mal Daumen
Sie begegnen sich zum ersten Mal in einer Vorlesung: Moni Kosinsky hat drei Enkel, mehrere Nebenjobs und liebt knalligen Lippenstift und hohe Absätze. Sie ist fest entschlossen, sich heimlich den Traum von einem Mathe-Studium zu erfüllen. Der hochbegabte Oscar ist 16, hat einen Adelstitel und ist noch nie mit der U-Bahn gefahren. In der Not helfen sich die beiden Außenseiter - und begreifen bald, dass sie nur gemeinsam weiterkommen können.
Mein bisheriges Jahreshighlight! Was für zwei wunderbare Protagonisten. Moni hat vermutlich das größte Herz der Literaturgeschichte und Oscar, aus dessen Sicht wir die Geschichte lesen, hat eindeutig eine autistische Störung. Diese beiden Sichtweisen und völlig anderen Leben prallen aufeinander und sorgen für skurrile und witzige Situationen. Wir erfahren viel über die beiden und vor allem Monis Vergangenheit bringt eine Tiefe in das Buch, die ich nicht erwartet habe. Und auch das Ende fand ich grandios! Absolute Leseempfehlung!
1. Schottland/UK (Aberdeen) - Stuart Mac Bride, "This House of Burning Bones" 2. Nigeria (Lagos) - Leye Adenle, "Easy Motion Tourist" 3. Indien (Dehli) - Arundhati Roy, "Mother Mary Comes to Me" 4. Frankreich (Sanary) - Florian Illies, "Wenn die Sonne untergeht. Familie Mann in Sanary". 5. Israel (Tel Aviv/Jerusalem) - Dana Vowincel, "Gewässer im Ziplock" 6. Türkei (Istanbul) - Akın Emanuel Şipal, "Mutter Vater Land"
7. Schweiz - Peter Bichsel, "Kindergeschichten". Habe ich mal von meiner sehr netten Schweizer Schwägerin geschenkt bekommen, war aber nicht mein Fall - ich mag ja durchaus Skurriles und Verdrehtes, aber sie haben für mich etwas penetrant Didaktisches in ihrer hinter der verkehrenden Weltsicht versteckten Moral. Meinen Kindern würde ich sie jedenfalls sicher nicht vorlesen und kann mir auch kaum Kinder vorstellen, die sich davon fesseln lassen würden. Vielleicht auch etwas typisch für die späten 1960er, die Texte sind 1969 zuerst erschienen.
1. Deutschland: Ankommen (Bülent Ceylan) - eine Biografie des Comedians mit Tiefgang und Humor 2. Grossbritannien: …2a. Torquay/London: Agatha Christie: In der Liebe sucht sie nach Hoffnung, mit ihren Krimis erobert sie die Welt (Susanne Lieder) - ein biografischer Roman, der gut erzählt Einblicke in die erste Lebenshälfte der Queen of Crime gibt …2b. Irgendwo: Zwischen Ende und Anfang (Jojo Moyes) - Roman über den Neuanfang einer alleinerziehenden Mutter, in Wohlfühlmanier 3. Schweiz: …3a. Gesamte Schweiz: Alles im Griff (Martin Suter) - herrlich satirische Management-Soap in literarischer Form …3b. Zürich: Kains Opfer: Ein Fall für Rabbi Klein (Alfred Bodenheimer) - unaufgeregter und trotzdem spannender Krimi mit einem Rabbi als Ermittler
3b. Zwischen Ende und Anfang (Jojo Moyes)
Es ist nie zu spät, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Eigentlich meinte Lila, ihr Happy End schon gefunden zu haben. Eine zufriedene Ehe, zwei reizende Kinder. Doch die Autorin von Beziehungsratgebern kann jetzt über ihre eigenen klugen Ratschläge nur noch lachen. Ihr Mann bekommt ein Kind mit einer anderen, ihre Teenagertochter spricht nicht mehr mit ihr, und seit dem Tod ihrer Mutter lebt ihr Stiefvater Bill bei ihr. Als dann auch noch ihr leiblicher Vater Gene überraschend vor der Tür steht, läuft alles vollends aus dem Ruder. Denn Gene mit seinen Nirvana-T-Shirts und seiner (lange zurückliegenden) Karriere als Fernsehstar ist alles andere als der typische Grossvater. Und plötzlich steht Lila nicht nur zwischen zwei Vätern, sondern auch zwischen zwei neuen Männern. Denn: Nach jedem Ende kommt ein neuer Anfang!
Mit Humor, Dramen, unterhaltsam und gut geschrieben, liest sich gut runter. Mir war es am Ende mit allem etwas zu glatt, alles entwickelt sich recht vorhersehbar und ideal - so wie es im Leben selten läuft. Daher eher ein Wohlfühlroman als ernste Kost.
2.1 USA (Boston): Sandrine Mittelstädt: "Und dahinter das Meer" 2.2 USA (Grady, Missouri): Benedict Wells: "Hard Land"
3.1 Deutschland (Berlin): Irmgard Keun: "Das kunstseidene Mädchen" 3.2. Deutschland (Berlin): Kerstin Wacker und Henrik Hitzbleck: "Das Mädchen in unserem Badezimmer" 3.3. Deutschland (Hannover und Hamburg): Takis Würger: "Für Polina"
4. Zukunft (irgendwo und im Internet): Fiona Sironic: "Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft"
5. Island (Steenhoeft): Joachim B. Schmidt: "Am Tisch sitzt ein Soldat"
1. Frankreich: Provence 2. Österreich: Wien 3. Deutschland: Niedersachsen, Hamburg, Bayern, Berlin 4. Italien: Venetien, Sardinien 5. USA: Maine 6. Brasilien: Pará 7. Bulgarien: Oblast Sofia 8. Kanada: Québec
Louise Penny - Das Dorf in den roten Wäldern
In dem charmanten Dorf Three Pines mitten in den kanadischen Wäldern kennt jeder jeden, und man kann auf seine Nachbarn zählen. Die Idylle wird jäh zerstört, als an einem leuchtend klaren Herbsttag die Leiche von Jane Neal gefunden wird - getötet durch einen Pfeil. Es kann sich nur um einen Jagdunfall handeln, denn wer hätte einen Grund gehabt, die pensionierte Lehrerin umzubringen? Armand Gamache, Chef der Mordkommission von Montréal, muss die Sache aufklären, damit der Dorffrieden wiederhergestellt wird. Dabei wird er nicht nur den Mörder finden, sondern auch Freunde, wie die Buchhändlerin Myrna, die schrullige Dichterin Ruth oder Gabri und Olivier, die die Pension im Dorf führen. Und Gamache schließt Three Pines bei seinen Ermittlungen so sehr ins Herz, dass aus dem Tatort ein Sehnsuchtsort für ihn wird.
Ein Cozy Krimi, bei dem vor allem das Setting punktet. Die Atmosphäre in dem Dorf und die Landschaft außenrum wird perfekt eingefangen. Der Fall ist spannend - aber die Figuren sind erstens unglaublich viele, die man hier kennenlernt und dann fand ich sie sehr seltsam. Was bei den Dörflern wohl liebenswert-skurril erscheinen soll, fand ich extrem merkwürdig, um nicht zu sagen, cringe. Und die Assistentin des Kommissars war für mich gelinde gesagt nur überflüssig. Was mir den Schluss noch vermiest hat (trotz Spannung davor): die Auflösung wurde im Nachhinein erzählt, das ist für mich ein absolutes No-go. Ich habe dann immer das Gefühl, dass dem Autoren oder der Autorin nichts spannendes mehr einfiel - schade. Die Reihe ist allerdings sehr beliebt, inzwischen gibt es 20 Bände. Ich weiß noch nicht, ob ich weiterlese, mal schauen. Die Reihe soll tatsächlich besser werden.
1. Deutschland (Berlin): Oliver Hilmes: "Das Verschwinden des Dr. Mühe" 1. 1 Deutschland (Hamburg): Viola Roggenkamp: "Familienleben" 2. Italien (Südtirol): Jarka Kubsova: "Bergland" 3. Frankreich (Provence): Pierre Martin: "Madame le Commissaire und die Villa der Frauen" 4. Niederlande (Zeeland): Bernd Stelter: "Der Killer kommt auf leisen Klompen" 5. Großbritannien (Greater London): Anne Perry: "Das Geheimnis der Miss Bellwood" 6. Island (Reykjavíkurborg): Yrsa Sigurdardottir: "Sog" 7. Österreich (Vorarlberg): Reinhold Bilgeri: "Der Atem des Himmels" 8. USA (Maine): Elizabeth Strout: "Mit Blick aufs Meer" 9. Vatikan (Vatikanstadt): Jörg Kastner: "Der Engelspapst"
Mord im Vatikan - Entsetzen lastest über den Dächern und Kuppeln der Ewigen Stadt. Ein mysteriöses Verbrechen ist geschehen. Zusammen mit der jungen römischen Journalistin Elena sucht der Schweizergardist Alexander Rosin einen Mord aufzuklären, dessen Motive offensichtlich weit in das uralte Labyrinth der Kirche zurückreichen. Dabei hat eine Geheimgesellschaft, die sich der "Zirkel der Zwölf" nennt, die Hände im Spiel, und ein sagenumwobener Smaragd - als "Die wahre Ähnlichkeit Christi" bezeichnet - führt die beiden auf die Spur eines jahrhundertealten Komplotts, bei dem die Zukunft der Kirche auf dem Spiel steht.
Ziemlich spannender Krimi ähnlich Dan Brown. Aber man lernt ziemlich viel über die Schweizergarde und auch viel über die Geschichte. Hatte ein paar Probleme, in die Story reinzukommen, aber insgesamt fand ich das Buch sehr gut.
1. Deutschland: Ankommen (Bülent Ceylan) - eine Biografie des Comedians mit Tiefgang und Humor 2. Grossbritannien: …2a. Torquay/London: Agatha Christie: In der Liebe sucht sie nach Hoffnung, mit ihren Krimis erobert sie die Welt (Susanne Lieder) - ein biografischer Roman, der gut erzählt Einblicke in die erste Lebenshälfte der Queen of Crime gibt …2b. Irgendwo: Zwischen Ende und Anfang (Jojo Moyes) - Roman über den Neuanfang einer alleinerziehenden Mutter, in Wohlfühlmanier 3. Schweiz: …3a. Gesamte Schweiz: Alles im Griff (Martin Suter) - herrlich satirische Management-Soap in literarischer Form …3b. Zürich: Kains Opfer: Ein Fall für Rabbi Klein (Alfred Bodenheimer) - unaufgeregter und trotzdem spannender Krimi mit einem Rabbi als Ermittler 4. Japan: Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen (Kikiko Tsumura) - herrlich skurril, ruhig und gut erzählt unter eine Frau in verschiedenen Job
4. Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen (Kikiko Tsumura)
Die Erzählerin in diesem Roman ist müde - von der Arbeitswelt, ihren absurden Ritualen und entfremdenden Herausforderungen. Gebeutelt von den nie enden wollenden Anforderungen des, na ja: Kapitalismus, wünscht sie sich einen Job, bei dem sie möglichst wenig investieren muss, also am liebsten sehr wenig denken. Allerdings entwickeln auch die abseitigsten Anstellungen ihre Tücken - von Läden, die wie von Zauberhand vom Erdboden verschwinden, über mysteriösen Sekten, zu einem Landschaftspark, der von einem Geist heimgesucht scheint. Fast könnte man meinen, das System ist das Problem ... Ein abgründiger Roman über die Tücken des modernen Alltags - lustig, surreal, hellsichtig und manchmal ganz schön beunruhigend.
Hat mir sehr gut gefallen und derzeit zu unserem aktuellen Urlaub gepasst, da wir ja gerade in Japan sind. Die Hauptdarstellerin, deren Namen man nie erfährt, hangelt sich nach einem Burnout von Job zu Job. Man bekommt ihre Gedanken mit und wird immer mehr in ihre Welt hineingenommen. Anfangs tat ich mich etwas schwer mit dem Buch, aber dann hat es mir total gefallen.
Es gibt eine Rezension, die es gut trifft. Darin heisst es: „Der deutsche Titel wirkt fast irreführend. Er suggeriert Rückzug oder Alltagsflucht. Der japanische Originaltitel – sinngemäss „In dieser Welt gibt es keinen leichten Job“ – trifft den Kern des Romans deutlich präziser. Denn dies ist keine Geschichte vom Ausstieg, sondern vom Ausharren, Weitergehen und der Frage, wie man nach einem Bruch wieder einen Platz findet. Stilistisch verlangt der Roman Aufmerksamkeit: Die teils sehr langen, verschachtelten Sätze können den Lesefluss bremsen – was zur inneren Anspannung der Protagonistin passt, aber nicht immer leicht zu lesen ist. Am Ende bleibt ein nachhaltiger Eindruck. Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen ist kein lauter Roman, aber ein eindringlicher. Er benennt etwas, das viele kennen, aber selten aussprechen: dass man sich verirren kann – im Leben wie im Arbeiten – und dass es oft schon viel bedeutet, das überhaupt zu erkennen. „Es spielt keine Rolle, was man macht, passieren kann alles, und überall. Das Einzige, was man tun kann, ist alles zu geben und das Beste zu hoffen.“ (S. 302)“
1. Frankreich: Provence 2. Österreich: Wien 3. Deutschland: Niedersachsen, Hamburg, Bayern, Berlin 4. Italien: Venetien, Sardinien 5. USA: Maine, New York 6. Brasilien: Pará 7. Bulgarien: Oblast Sofia 8. Kanada: Québec
Sophie Chen Keller - Die unzähligen Wunder der Carmine Street
Sein Name ist Walter Lavender Jr. Am liebsten hilft er anderen Leuten, verlorene Dinge wiederzufinden, denn er weiß, wie es sich anfühlt, wenn man etwas vermisst. Den eigenen Vater zum Beispiel. Zum Glück gibt es die Patisserie seiner Mutter in der Carmine Street, wo Wunder noch möglich scheinen. Als das Herz dieses magischen Ortes, ein altes märchenhaftes Buch, eines traurigen Tages verschwindet, macht sich Walter auf die Suche. Und ahnt nicht, dass er dabei dem Geheimnis seines Vaters näherkommt.
Ein sehr zauberhaft geschriebenes Buch mit einem wundervollen Protagonisten. Der kleine Walter, der mit seinem Hund Milton loszieht, um das Buch in der großen Stadt New York wiederzufinden, ist einfach sympathisch, man muss ihn mögen. Auf seiner Suche lernt er verschiedene Menschen kennen und er begegnet jedem freundlich und auf Augenhöhe. Die Geschichte hat zwar ein paar Längen, aber insgesamt ist sie sehr besonders formuliert und hat mir gut gefallen. Auch Walters Entwicklung fand ich toll. Wer magischen Realismus in Geschichten mag, dem wird auch dieses Buch gefallen.
1. Frankreich - Florian Illies - Familie Mann in Sanary 2. Österreich - Mareike Fallwickl -Und alle so still 3. New Orleans / Louisiana - John Kennedy Toole- Die Verschwörung der Idioten 4. Wyoming - Annie Proulx - Hier hat´s mir immer schon gefallen 5. Rußland - Ljudmila Ulitzkaja - Maschas Glück
Kurzgeschichten aus Rußland - war ein Büchlein aus der Bücherkiste und es hat mir ausnehmend gut gefallen. Mal mehr mal weniger lustige, nachdenkliche, skurrile Geschichten und Protagonisten mit schöner aber schnörkelloser Sprache portraitiert - nie wertend, aber immer wertschätzend
1. Frankreich: Provence 2. Österreich: Wien 3. Deutschland: Niedersachsen, Hamburg, Bayern, Berlin 4. Italien: Venetien, Sardinien 5. USA: Maine, New York 6. Brasilien: Pará 7. Bulgarien: Oblast Sofia 8. Kanada: Québec 9. Australien: Queensland
Andreas Eschbach - Aquamarin
Hüte dich vor dem Meer! Das hat man Saha beigebracht. Eine seltsame Verletzung verbietet der Sechzehnjährigen jede Wasserberührung. In Seahaven ist Saha deshalb eine Außenseiterin. Die Stadt an der Küste Australiens vergöttert das Meer. Wer hier nicht taucht oder schwimmt, gehört nicht dazu. So wie Saha. Doch ein schrecklicher Vorfall stellt alles in Frage. Zum ersten Mal wagt sich Saha in den Ozean. Dort entdeckt sie Unglaubliches. Sie besitzt eine Gabe, die nicht sein darf - nicht sein kann. Nicht in Seahaven, nicht im Rest der Welt. Wer oder was ist sie? Die Suche nach Antworten führt Saha in die dunkelsten Abgründe einer blauschimmernden Welt.
Ein Jugend-Zukunftsroman, der Mitte des 22. Jahrhunderts spielt. Andreas Eschbach versteht es wieder meisterhaft, eine Welt zu erschaffen, die völlig plausibel klingt. Die Welt ist in verschiedene Zonen aufgeteilt und unsere Protagonistin Saha lebt mit ihrer taubstummen Tante in einer der sichersten Zonen. Saha ist ein toller Charakter, sie hat mir sehr gut gefallen - auf der einen Seite der unsichere Teenager, auf der anderen Seite jedoch sehr klar und überlegt in ihren Werten und Ansichten. Die Story ist spannend, auch wenn ich bald ahnte, worauf das Finale hinausläuft - das tat dem Lesegenuss keinen Abbruch. Große Leseempfehlung - Eschbach ist einfach mein absoluter Lieblingsautor!
1. Frankreich - Florian Illies - Familie Mann in Sanary 2. Österreich - Mareike Fallwickl -Und alle so still 3. New Orleans / Louisiana - John Kennedy Toole- Die Verschwörung der Idioten 4. Wyoming - Annie Proulx - Hier hat´s mir immer schon gefallen 5. Rußland - Ljudmila Ulitzkaja - Maschas Glück 6. Israel - Dror Mishani - Drei
Die israelische Lehrerin Orna Esran lässt sich nach der Scheidung auf eine Affäre mit dem Rechtsanwalt Gil Chamtzani ein. Später kommt auch die aus Lettland stammende Altenpflegerin Emilia Nudjews mit ihm in Kontakt. Beide Frauen werden tot aufgefunden, und eine Ermittlerin, die nicht an die Selbstmordthese glaubt, beginnt mit Nachforschungen
kein klassischer Krimi - anfänglich liest es sich wie Charakterstudien von Frauen in verschiedenen sozialen und persönlichen Lebensbereichen - erst im letzten Teil nimmt er richtig Fahrt auf und es gibt einige überraschende Wendungen - hat mir sehr gut gefallen - sowohl inhaltlich als auch sprachlich
1. Deutschland (Berlin): Oliver Hilmes: "Das Verschwinden des Dr. Mühe" 1. 1 Deutschland (Hamburg): Viola Roggenkamp: "Familienleben" 2. Italien (Südtirol): Jarka Kubsova: "Bergland" 3. Frankreich (Provence): Pierre Martin: "Madame le Commissaire und die Villa der Frauen" 4. Niederlande (Zeeland): Bernd Stelter: "Der Killer kommt auf leisen Klompen" 5. Großbritannien (Greater London): Anne Perry: "Das Geheimnis der Miss Bellwood" 6. Island (Reykjavíkurborg): Yrsa Sigurdardottir: "Sog" 7. Österreich (Vorarlberg): Reinhold Bilgeri: "Der Atem des Himmels" 8. USA (Maine): Elizabeth Strout: "Mit Blick aufs Meer" 9. Vatikan (Vatikanstadt): Jörg Kastner: "Der Engelspapst" 10. Finnland (Huvudstadsregionen): Minna Lindgren: "Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch?"
Alter schützt vor Scharfsinn nicht. Wenn es etwas gibt, was die drei über neunzigjährigen Freundinnen Siiri, Irma und Anna-Liisa hassen, dann ist es das Gefühl, nicht für voll genommen zu werden. Als in ihrer Altenresidenz "Abendhain" seltsame Dinge vor sich gehen, steht für sie fest, dass sie handeln müssen. So beginnt ein Abenteuer, das für die drei Freundinnen bald aus dem Ruder läuft und Irma ernsthaft in Gefahr bringt.
Es war nicht direkt ein Krimi, denn eigentlich wollten die drei Damen nur wissen, warum der junge Koch, den sie mochten, gestorben war. Im Zuge dessen entdecken sie im Altenheim aber Dinge, die nicht in Ordnung sind (überhöhte Abrechnungen, unbefugtes Betreten ihrer Wohnungen, falsch verordnete Medikamente etc.) und bringen sich dadurch in Gefahr.
Mir hat gut gefallen, dass diese Geschichte nicht so unglaubwürdig war. Sonst sind das immer superfitte Senioren, die haarscharf kombinieren und unendliche Energien mobilisieren etc. Die sehr sympathischen, unterschiedlichen Damen hier haben mit Alterszipperlein zu kämpfen, mit Vergesslichkeit und Ängsten, das war sehr glaubwürdig rübergebracht. Irma, die brävste von allen, die immer alle Anweisungen der Pflegerinnen befolgt hat, wird durch Medikamente außer Gefecht gesetzt und in die geschlossene Abteilung eingewiesen. Erst als es dort brennt, können die verbliebenen zwei Freundinnen Irma "befreien" und im Krankenhaus erholt sie sich zusehends und wird wieder klar. Gibt sogar ein kleines Happy End.
1. Frankreich - Florian Illies - Familie Mann in Sanary 2. Österreich - Mareike Fallwickl -Und alle so still 3. New Orleans / Louisiana - John Kennedy Toole- Die Verschwörung der Idioten 4. Wyoming - Annie Proulx - Hier hat´s mir immer schon gefallen 5. Rußland - Ljudmila Ulitzkaja - Maschas Glück 6. Israel - Dror Mishani - Drei 7. Ungarn - Krisztina Toth - Die brennende Braut
Was sucht eine Leiche in einer Ausstellung? Wohin fahren die Gastarbeiter aus Siebenbürgen in ihrem Kleinbus? Was geschah mit der Frau, der der Kopf in einem Supermarkt plötzlich heruntergefallen war? Die Erzählungen Krisztina Tóths sind Momentaufnahmen, Spiegelscherben aus dem Ungarn der vergangenen Jahrzehnte. Die Lebenslügen hin und her geworfener kleiner Leute und ihre täglichen Übungen im Überleben. Ausgelieferte Jugendliche und Kinder, Obdachlose und Arme, sich abplagende Mittelschicht und lebensüberdrüssige Celebs. Uns allen scheinbar bekannte, banale Situationen. Die Akteure leben zwar an verschiedenen Orten und ihre Möglichkeiten und Wünsche weichen stark voneinander ab, aber eines haben sie gemeinsam: Sie stehen vor Augenblicken der Schicksalswende. Beinahe alle aber schieben die Entscheidung hinaus. Die unbeteiligt wirkende Erzählerin beobachtet diese Vorgänge aber leidenschaftlich und überaus empfindsam, als lese sie die Welt mit ihren eigenen Wunden. Sie schildert das vielfältige zwischenmenschliche Beziehungsgeflecht und während sie von schweren Schicksalen und zuweilen grotesken Szenen erzählt, blitzt überraschend ihr sublimer und sarkastischer Humor auf.
Momentan stehe ich auf Kurzgeschichten - weil ich halt viel unterwegs bin und da kann ich zwischendurch lesen ohne mich auf eine lange Handlung einlassen zu müssen auch hier wieder: überraschend guter Fund aus der Bücherkiste - durch meinen Bezug zu Ungarn gefällts mir vermutlich noch besser, ich finde die Autorin fängt ein bissl von dieser ungarischen Melancholie und dem latenten Kampf ums Durchwurschteln ein - durchaus eine Empfehlung!
1. Frankreich: Provence 2. Österreich: Wien 3. Deutschland: Niedersachsen, Hamburg, Bayern, Berlin 4. Italien: Venetien, Sardinien 5. USA: Maine, New York 6. Brasilien: Pará 7. Bulgarien: Oblast Sofia 8. Kanada: Québec 9. Australien: Queensland 10. Spanien: Balearen
Amelie Fried - Paradies
Petra freut sich auf eine Auszeit ganz für sich, ohne Haushalt, Kinder, Mann und Job. Ihren Sehnsuchtsort findet sie auf einer spanischen Insel, bei einer Seminarwoche im herrlich gelegenen Hotel Paraiso mit Selbsterfahrung, Körperarbeit, Meditation und Yoga. Dort trifft sie auf die anderen Teilnehmer der Gruppenreise, darunter Anka, Suse und Jenny, die unterschiedlicher nicht sein könnten - und Geheimnisse haben, die nicht nur Petras Leben aus den Fugen heben. Als auch noch ein Sturm die Hotelgäste einschließt und ein Entkommen von der Insel unmöglich macht, kochen die Emotionen innerhalb der Gruppe lebensgefährlich hoch.
Die Insel wird hier zwar nicht näher benannt, aber da Mallorca "nebenan" liegt, gehe ich stark von den Balearen aus. Der Roman hat mich gut unterhalten, ich sag mal typische "Frauenliteratur", zwar teilweise sehr klischeebeladen, aber trotzdem wollte ich immer wissen wie es weitergeht. Manche Wendungen und Ereignisse waren sehr vorhersehbar. Die Figuren waren aber toll beschrieben und die Geschichte bekam durch ein Ereignis tatsächlich eine unerwartete Tiefe.