wenn man seine Fettfreie Masse kennt (bei mir z.b 80kg), dann sind es an Trainingsfreien Tagen 2g pro FFM kg, an Trainingstagen 2.5 bis 3g. Wenn man zuviel Eiweiß zu sich nimmt passiert nichts, das scheidet man wieder aus. Der Vorteil von Eiweiß ist mehr Sättigung und der Körper verbraucht mehr Energie beim Stoffwechsel und die Sättigung ist länger. Im Alter ist genug Eiweiß noch viel wichtiger, neben irgendeiner körperlichen Betätigung.
Zitat von lieberbär im Beitrag #1126Wenn man zuviel Eiweiß zu sich nimmt passiert nichts, das scheidet man wieder aus.
Und das ist genau der Punkt, wo bei mir eben die schon erwähnte Skepsis eintritt. Daher jetzt dann doch mal wieder ein längerer Exkurs von mir .
Der Körper ist definitiv darauf ausgelegt, überschüssiges Eiweiß effizient zu verarbeiten. Daher kommt es zu der weit verbreiteten Meinung, dass Protein unschädlich ist, da der Überschuss einfach ausgeschieden wird. Allerdings ist der Prozess trotzdem nicht ohne Folgen.
Nierenbelastung + Langzeiteffekte
Denn das vermehrte "Mehr" an Protein bedeutet trotzdem eine erhöhte Arbeitslast für die Niere, die ignoriert wird. Denn beim Abbau von Aminosäuren aus dem Eiweiß entsteht Harnstoff. Der muss über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden werden.
Ein konstant sehr hoher Proteinkonsum (über 1,5 bis 1,8 g/kg Körpergewicht / Normalgewicht) führt zu einer chronisch erhöhten Filtrationsrate der Nieren.
Dann wird oft argumentiert, dass gesunde Nieren das in der Regel verkraften können, während Menschen mit unerkannten oder leichten Nierenvorerkrankungen im Laufe der Zeit eine Verschlechterung erleiden.
Eine Gefahr liegt im Langzeiteffekt dieser ständigen Überlastung. Denn diese stille Überlastung, die erst Mal keine Probleme verursacht, ist nicht spürbar - ähnlich wie zu hoher Blutdruck, der oft ja lange nicht bemerkt wird und trotzdem Schäden verursacht, die erst spät sichtbar werden.
Der andere Punkt ist: Bei den normalen Vorsorgeuntersuchungen beim Doc - selbst wenn man regelmäßig geht und erst ab so um die 40 - haben nur den Harnsäurewert bzw. das Kreatinin im Portfolio.
Erhöhte Harnsäurewerte werden dann oft mit Ernährungsempfehlungen und Medikamenten ab"gebügelt" und der Kreatininwert ist nur ein sehr grober Parameter. Wenn der anschlägt, dann ist die Niere meist schon geschädigt. Um frühzeitig da was entdecken zu können, müsste schon die gFr (glomuläre Filtrationsrate) abgenommen werden, was aber normalerweise nicht der Fall ist, es sei denn es gibt eine besondere Indikation.
Sättigung & Muskelaufbau
Bei der Sättigung stimme ich zu, dass Eiweiß viele - mich eingeschlossen - sehr viel besser sättigt als Kohlenhydrate. Aber da gibt es hier im Forum genügend persönliche Erfahrungen von Usern, die für eine nachhaltige Sättigung Kohlenhydrate benötigen. Menschen ticken da einfach unterschiedlich.
Wichtig finde ich da vor allem, dass man für sich rausfindet, wie es bei einem selbst funktioniert.
Ansonsten: Oft wird ja die hohe Proteinzufuhr - insbesondere in Abnahmephasen - propagiert, um die Muskeln zu erhalten. Oder es soll viel Eiweiß gegessen werden, damit man Muskeln aufbaut.
Bezüglich Letzterem: auch da gibt es Grenzen (jenseits von Leistungssportlern). Das wird als "Gesetz des abnehmenden Ertrags" bezeichnet: Der Muskelaufbau profitiert nur bis zu einer bestimmten Menge von zusätzlicher Proteinzufuhr. Für die meisten Kraftsportler gelten 1,6 bis 2,2 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht als Obergrenze. Darüber gibt es keinen signifikanten Muskelzuwachs mehr. Der darüber liegende Konsum ist also ineffektiv und unnötig.
Beim Otto-Normalverbraucher, um die es hier im Forum ja geht, liegt die Grenze daher auch niedriger.
Und zum Muskelerhalt ist vor allem regelmäßiges Training, vor allem Krafttraining wichtig. Nur das Eiweiß zu erhöhen funktioniert nicht!
Ernährung allgemein
Eine sehr proteinreiche Diät kann zu einer Verdrängung anderer wichtiger Nährstoffe führen. Wenn man den Großteil der Kalorien aus Protein deckt, bleibt weniger Platz für ballaststoffreiche Lebensmittel (Obst, Gemüse, Vollkorn), gesunde Fette und komplexe Kohlenhydrate. Das Fehlen von Ballaststoffen kann wiederum Verdauungsprobleme (Verstopfung) verursachen.
Das ist jetzt hier im Forum bei den meisten wohl eher kein Thema, da sich viele ja inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzen. Hab es trotzdem erwähnt, weil manche das vielleicht doch nicht auf dem Schirm haben und dann u.U. versuchen die Eiweißzufuhr zu puschen und diese Punkte dann eventuell vernachlässigen.
Es gibt übrigens auch Studien, die nachweisen, das eine zu hohe Zufuhr die Nierenfunktion erhöht, also der Abbau gesteigert wird und eben nicht zu Nierensteinen oder sonstigen Horrormeldungen führt - solange auch die Flüssigkeitszufuhr das Mindestmaß einhält. Mit Nierenschäden sollte man auf viele Dinge aufpassen, nicht nur auf zu hohe Eiweißzufuhr, speziell in dem Fall, sollte zusätzlich Diabetes vorhanden sein. Man soll ja nicht nur Eiweiß zu sich führen, sondern probieren eine gewisses Mindestmaß zu erreichen, ebenso an Kohlenhydraten, Ballaststoffen und gesunden Fetten.
Aber wären wir alle hier, würden wir uns immer strengstens daran halten 😜?
Es gibt nicht DIE Methode, die bei jedem funktioniert, dafür sind wir alle viel zu individuell und jeder hat andere Vorbedingungen.
Zitat von lieberbär im Beitrag #1128Es gibt übrigens auch Studien, die nachweisen, das eine zu hohe Zufuhr die Nierenfunktion erhöht, also der Abbau gesteigert wird und eben nicht zu Nierensteinen oder sonstigen Horrormeldungen führt - solange auch die Flüssigkeitszufuhr das Mindestmaß einhält.
Die eigentliche Gefahr liegt meiner Meinung nach nicht in den "Horrormeldungen", sondern im unbemerkten Langzeiteffekt der ständigen Überlastung ...
Die von dir erwähnte erhöhte Nierenfunktion (Hyperfiltration) ist der Preis, den die Niere für den Proteinüberschuss zahlt. Das ist der Mechanismus der Überbeanspruchung und kein Beleg für dauerhafte Gesundheit. Und da hilft auf Dauer auch keine Flüssigkeitszufuhr, die das Mindestmaß einhält.
Zitat von lieberbär im Beitrag #1128Aber wären wir alle hier, würden wir uns immer strengstens daran halten ��?
Da hast Du natürlich recht . Aber genau deshalb ist es mir wichtig, jetzt eine gesunde Basis zu schaffen, die auf physiologischen Fakten basiert und da gehört für mich dazu, möglichst eine dauerhafte andere Überlastung meines Körpers zu vermeiden.
Wie es dann in der praktischen Umsetzung aussieht ist dann ja nochmal ein anderes Paar Stiefel ... Auf dem Weg dahin gab und gibt es immer noch ausreichend Irrungen und Wirrungen .
Trotzdem ist es mir wichtig mich bezüglich Ernährung zu informieren, nichts mehr zu beschönigen. Denn es nützt mir doch nichts, wenn ich da einen Weg einschlag, der mir und meinem Körper dann in eine andere Richtung schadet, oder?
Das ist zumindest meine Herangehensweise, aber wie Du schon geschrieben hast, jeder muss seinen eigenen Weg gehen bzw. finden, der langfristig für einen passt.
Die Meinung das es nicht gut ist, hält sich seit vielen Jahren, bewiesen ist gar nichts. Die DGE hat das ja mal untersuchen lassen, aber DGE ist wie immer mit Vorsicht zu genießen. Leider kann ich den Link nicht posten, da ich zu frisch hier bin, aber wer Tante google mit dge.de/presse/meldungen/2023/wie-wirken-hohe-proteinmengen-auf-die-nierengesundheit belästigt, der kommt da drauf.
Die einzigen Personen, die für Langzeitstudien in Frage kommen würden, scheiden wieder aus, weil "zu gesund", "zu sportlich", "zu gedopt", "zuviel mit anderen Supplements zusätzlich" - womit man wieder beim Thema Individuallität eines Jeden wäre . Man kann nur suchen, was für einen gut tut, bzw. was man bestmöglich verträgt und die persönlich bestmöglichen Erfolge damit verbucht.
Nicht das jetzt jemand meint, ich rate jedem nur noch Protein zu essen, ich hatte nur meine Erfahrung gepostet, bei mir komme ich mit der gennanten Menge pro fettfreier Körpermasse gut hin - ich finde das sollte ohne Fettdepots gerechnet werden, wenn man die Möglichkeit dazu hat, weil man neben der Sättigung das ja hauptsächlich etwas mit der Muskelmasse zu tun hat. Wenn man seine 1-1.5L Flüssigkeit pro 25kg Körpergewicht zu sich nimmt, bin ich mir sicher, wird das keine bleibende Schäden verursachen (wie auch die meisten anderen ungesunden Sachen ja weniger konzentriert sind). Und natürlich soll man sich nicht die gesamte Eiweißmenge auf einmal reinknallen - das sieht sonst jeder im Urin der dann schäumt als hätte man die Handseife verschluckt
Bin auch noch bei ww. Und bei mir hat es vor zwei Jahren Klick im Kopf gemacht, deshalb konnte ich auch abnehmen. Aber das hätte m.M.n. auch ohne ww geklappt. Aber für die Psyche war eine Unterstützung notwendig.
Die Rezepte stehen immer noch auf dem Speiseplan und ich tracke auch täglich. Dass das Gewicht nicht schneller runter geht liegt daran dass ich mich grad ned zu 100% daran halte.
Und es wurde ja geschrieben, nicht jede Diät/Ernährungsform ist für jeden was.
Zitat von Josephine im Beitrag #1134Macht eigentlich noch jemand WW? Ich überlege das Osterangebot für 6,25 zu nutzen
Ja, ich mach das noch. Bissle für mich abgewandelt, aber ich tracke täglich und schau dass ich in meinem Punkten bleibe. In den Rezepten finde ich vieles was mir zusagt und ich auch nachkoche.
Also mich motiviert ww echt am Ball zu bleiben. Und auch wenn es bei mir grad langsam geht sind seit 01.01. doch schon 3 kg weg. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es wird.
Zitat von Josephine im Beitrag #1136Und bei mir steht das Gewicht seit 01.01. Vielleicht brauche ich doch mal wieder mehr Kontrolle über das was ich esse.
Ich hatte auch ein recht langes Plateau, aber WW hat mich davon abgehalten einfach aufzugeben. Und ich kenne meine Schwachstellen - komme aber auch nicht immer dagegen an.
Ich habe mich dann mal wieder angemeldet. Kann man bei den Aktiv Punkten wieder entscheiden ob man sie nur sehen will oder werden die weiterhin direkt aufs WE gezählt? Ich würde sie gerne sehen, aber nicht nutzen. Dann kann ich mir das Syncronisieren der Garmin nämlich sparen
Puh das kann ich nicht beantworten. Meine fitbit ist beim synchronisieren ausgestiegen. Wobei das bei mir nie gepasst hat mit dem Verbrauch und den aktivpunkten auf dem Wochenkonto.
Ich mach immer noch ww. Aber seit sie auch kalorien, fett, kh, eiweis anzeige, geh ich viel nach dem. Ich muss jetzt nicht einfach in zwei Apps dokumentieren. Was bei mir nicht funktioniert ist rein nach ww gehen ohne zu wiegen. Ich esse schon immer viele zerros am Tag. Da hilft es abzuwiegen und die kalorien zu beachten. Weil erst jetzt passt es wieder. Ich bin zwar ne abnehmschnecke aber ich bin dran. Was ich auch gut finde sind die Rezepte. Wenn ich keine Zeit hab, koch ich danach oder ich Wandel es ab.
Ich nutze die WW-App ganz pragmatisch. Hab‘s mit dem Fitnesstracker verbunden und gut ist‘s.
Im Allgemeinen mache ich es wie angie und schau auf die Kalorien, Fett,etc. Die Punkte hab ich zwar auch im Blick, aber das nehm ich nicht ganz so ernst. Angie hat es ja schon gesagt, die Zeroös haben eben auch Kalorien.
Und ich bin auch eine Abnehmschnecke, aber das tut der Haut gut. Wobei sich meine nicht wirklich viel zurückbilden wird. Dazu war sie zu lange gedehnt. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und Abnehmen ist halt keim Sprint sondern ein Maraton. Jedenfalls bei mir.